ältere Songtexte und Gedichte

Wir Menschen

wir wollen Frieden
und säen den Hass
wir wollen Luxus
über jedes Maß
und Lieben die Sünde
predigen Moral
wir lieben Eigentum
praktizieren Diebstahl

hast du heut‘ schon
deine Fehler gelebt
der Mensch irrt
solange er strebt

wir glauben an Wahrheit
die der Feind uns macht
und leben in Lügen
ohne jeden Verdacht
wir wollen Schönheit
und verraten die Welt
wir wollen Freiheit
und leben mit Geld

während die Welt
sich um uns dreht
töten wir jeden
der sie versteht

wir glauben an Schicksal
und hoffen auf Glück
reden uns Gesund
und bleiben verrückt
wir wollen Hitze
und leben so kalt
wir suchen die Liebe
und stehen im Wald

 

Wunschdenken

Nur wer heut‘ Leben und Liebe erwirkt,
nach sich selbst den Nächsten beschenkt,
wer Hoffnung in sich und and’ren birgt,
der wird vom Schicksal nicht gekränkt.
Wer Unwissen bekämpft und Hass beengt,
wer Gutem verhilft und Böses bejagt,
die Schwachen stärkt, die Armen beschenkt,
der wird sein eigen würdig sein.

 

schon lange keine echte Angst mehr

Keine Hoffnung, keine Worte,
nicht ein Bild an keinem Orte,
völlig verlebt und ausgebrannt,
sich selbst aus dem Palast verbannt.
Die Schultern liegen vor der Brust,
der Kopf zu schwer zum heben,
schmerzlich ungestillte Lust
und kein Grund zum Leben.
Nur am abwägen, dauernd besonnen,
wieder erinnern an trauernde Wonnen.
Die Hoffnung versiegt und Sehnsucht verblasst,
die Seele ausgemergelt, keine Wärme erhascht.

Das kann kein Leben sein
-ohne Gewinn
Ist es nur Verlust.
Das macht kein‘ Sinn.

Funktionen haken, Zweifel erstarken
nur die Welt im Kopf ist schöner denn je,
trotz des größten Elends.
Verwundet und verschlissen,
wach und doch nicht gerissen,
die Blicke immer in denselben
verkaterten Spiegel.

Klarheit, die verletzt,
Sehnsucht entfremdet,
Wissen das tötet
und Hoffnung die blendet.

 

Nieder mit dem Untergang

Wenn die Kräfte schwinden
sich die Därme winden
und der Magen poltert
sich die Seele foltert
wenn die Nerven fehlen
Lebensgeister sich bestehlen
die Hoffnung steht’s versiegt
dann sing dir ein Lied.
Wenn die Tränen fallen
bitter wie 1000 Gallen
und die Glieder schmerzen
nur noch Dämonen scherzen
wenn die Schatten kommen
die Sinne sind benommen
und Lebensfreude flieht
dann sing dir ein Lied
von Sonnenschein und guten Zeiten
Freunde die ein‘ steht’s begleiten
von Hoffnung, Freude, Lebenslust
und dem Ende von all dem Frust.
Von Edelmut und Heldentaten
der Belohnung für all das Warten
von Seelenheil und Neuanfang
dann ist dir nicht mehr so bang‘.
Und sollte das jetzt auch nicht helfen
träume doch von Zwerg und Elfen
von einer dir erwünschten Welt
wie sie nur dir allein gefällt.
Werf‘ Feinde in die Folterkammer
stehle Thor den seinen Hammer
besieg den Prinzen im Duell
sei Zauber, König, Schwertgesell.
Und wenn du mal vor lauter Angst
einfach gar nicht träumen kannst
und die Verzweiflung wird zur List
weil daran nichts zu ändern ist
dann kann ich dir auch nichts mehr raten
außer suizidaler Taten.

 

Wunde Stellen

Ist der Himmel wolkenlos
und das blau so warm,
vergisst man morgen und verliert
alle seine Scham.
Wenn es wäre, dass die Sonne
wirklich immer scheint
ränne man hell geblendet
ins Unglück hinein
nur mit gesengtem Haupt
und mit verklärten Blick
kommt man auf den Boden
der Tatsachen zurück
die dunkelsten Stunden können den Geist erhellen
nur des Geistes Schatten, zeigt die wunden Stellen
Wenn du mal nicht weiter weißt
sieh nicht alles schwarz
erkenne all‘ die dunklen Flecken
und denke nicht: das war’s
Fehler hat ein jeder Mensch
keiner ist perfekt
ein schlauer Mensch hat seine Schwächen
bereits entdeckt
wo der Wurm drin ist
sieht man nicht sofort
an irgendeiner Stelle
hat er sich reingebohrt
Hast du die Selbsterkenntnis
selber erlebt
den Trugschluss entschlüsselt
dich selber belebt
ist mal etwas gewesen
und nun längst vorbei
dann weißt du was ich meine
dann bist du jetzt frei
die dunkelsten Stunden können den Geist erhellen
nur des Geistes Schatten, zeigt die wunden Stellen

 

Kein Leben im Verdruss

wie gestern so heute
zum glücklich sein bleibt keine Zeit
nicht nah‘ noch in der Ferne
keine Rettung weit und breit
mal wieder eine Rechnung
mein Gehalt ist doch so klein
keine Lust mich zu besaufen
darum lasse ich es sein
und dieses Drücken auf der Brust
das einen lähmt weil man nicht weiß was man muss
oder sollte und was man früher eigentlich mal wollte
doch sicher kein Leben im Verdruss
von hinten bis vorne
wiederspricht mir das Gericht
von oben und von unten
peitscht mir Regen ins Gesicht
von Wand zur Wand zur Wand zur Wand
lebe ich in einem Loch
von innen nach außen
kommt mein Frühstück wieder hoch
hier und hüben so wie drüben
fehlt es an Herzlichkeit
ein‘ weit’ren Tag verschenkt
und ich tu mir nur selber leid
wie damals wird heute
die Menschlichkeit verneint
und wie immer kommt es schlimmer
als es mir im Moment noch scheint
und dieses Drücken auf der Brust
das einen lähmt weil man nicht weiß was man muss
oder sollte und was man früher eigentlich mal wollte
doch sicher kein Leben im Verdruss

 

Auf zu neuen Ufern

es hebt sich sanft der Bug
die Flut ist endlich da
es lichtet sich der Trug
die Sicht wird plötzlich klar
der Anker wird gehoben
die Segel aufgespannt
heut‘ woll’n wir Neptun loben
bald seh’n wir neues Land

Auf – zu neuen Ufern

Die Takelage repariert
der Sturm ist längst vorbei
Das Messing glänzt wie ein
frisch gekocht gepelltes Ei
das Flickzeug wieder eingesteckt
so kann es weiter geh’n
klar Schiff.-.

’ne frische Briese, Sonnenschein
Delfine begleiten uns
der Smut‘ hat gute Laune
sein Essen wird zu Kunst
ein‘ Schnaps in den Ozean
und einen für die Crew
der Käpt’n erzählt alte Storys
und alle hören zu

schau‘ da ein grüner Streifen
am Horizont so klar
zuhaus‘ werden wir begreifen
wie schön die Reise war
‚drum lieben wir die See
bringt der Sturm auch Pein
doch ganz ohne Wellen
kann’s kein Leben sein
Auf – zu neuen Ufern

 

Soma

endlich komm‘ ich zuhause an
jetzt mach ich mich an dich ran
die Vorfreude belebt den Tag
eben so, wie ich es mag
erstmal will ich dich abwiegen
genug kann ich von dir nie kriegen
dein Antlitz macht mich geil auf dich
bist du noch so widerlich

Sooomaaa lala lalalala la….

werd ich auch stets nur beschissen
das kratzt nicht an mei’m Gewissen
ich kauf‘ dich immer wieder ein
ist der Dealer auch ein Schwein
aus fernen Landen zu mir gebracht
bringst du mich durch die Nacht
du Grund für meine Wahnsinnsgier
du bleibst stets ein Teil von mir
wie ich ohne dich doch zitter
Nerven, Synapsen und Transmitter
sie rufen deinen Namen aus
Soma komm‘ ins Irrenhaus!
ich kann es selber nicht versteh‘n
du darfst niemals mehr von mir geh‘n
meine Seele gehört dir ganz und gar
ich mach‘ sogar deine Lügen wahr!

Sooomaaa lala lalalala la….

 

Hedon vs. Utili

Warum verlebt man sich so sehr?
Man weiß wodurch, doch nicht wofür.
Ist es der Kampf gegen Frust
oder unstillbare Lust?
Wer ständig in seine Fallen tritt,
ist mit Sicherheit der Optimist.
Wahrscheinlichkeit falsch eingeschätzt
und sich selbst dadurch verletzt.
Hoffnung hilft beim Weiterschreiten,
durch Ideal lässt man sich leiten.
Ganz schön blind die armen Wesen,
die die Zeichen überlesen.

 

Alter Streit neue Hoffnung

Lang genug habt ihr geschlummert
wir brechen auf in dunk’ler Nacht
wir kennen jetzt deren Führer
bald stürzen wir die dunkle Macht
mit den Beweisen und der Wahrheit
ist unser Handeln legitim
die Aussicht auf ein bess’res Leben
haben wir schon längst verdient
und sollten wir nicht wiederkehren
der Nachschub ist schon auf dem Weg
aus vielen Teilen dieser Erde
sind Waffen bereitgelegt
die Medien sind auf uns’rer Seite
die Polizisten auch zum Teil
und die Leute aus der Bildung
sind dialektisch auch schon geil,
denn weil…
Endlich geht es auf die Reise
wir ziehen in das weite Feld
für die Nachwelt und deren Zukunft
weil uns hier nichts mehr hält.
Endlich Sturm auf die Zentrale
für Freiheit und Gerechtigkeit
Universelle Ideale
erneut entfacht der alte Streit.

Heute ist es noch zu früh
morgen ist es längst zu spät
der Gestank ist derselbe noch
doch hat sich der Wind gedreht
Demokraten Liberale
was ist bitte deren Zweck?
Die Bonzen schützen Finanzspritzen
krieg’n s’e in den Arsch gesteckt
hohe Kosten leere Kassen
wo wälzt man es am besten ab?
auf der Masse den armen Schluckern
glücklich ist wer Schmiergeld hat
Das gilt es zu überwinden
ist dich Chance noch so klein
Zusammenschluss der Subversiven
jeder für jeden nicht allein
oh, nein
Die Religion spielt keine Rolle
nur Glaube an die bess’re Welt
Völker steh’n vereint beisammen
Jeder ist für sich ein Held
Selbstzerstörung woll’n wir entflieh’n
Ist die Menschheit dazu bereit?
verantwortlich für den Planeten
bevor er sich von selbst befreit
wir gehen in die Offensive
war’s dafür nicht längst schon Zeit?
kämpfen gegen die Ausbeutung
und der Unterdrückten Leid
Vieles gilt es zu erstreben
ist der Weg auch nicht so klar
selbst wenn wir’s nicht mehr erleben
uns’re Träume werden wahr
oh, ja

 

überweihnächtigt

Es duftet hier in allen Gassen,
die Kälte klirrt dort im Gebälk,
die Arbeit wird nun ruh’n gelassen,
nur das Vieh wird noch gemelkt.

Der Ofen wärmt in all‘ den Stuben,
und die Familie erwärmt das Herz,
es singen Mädels und die Buben
Hauptton, Quinte und die Terz.

‚Drum lasset eure Sorgen fallen,
schaut die Lichter weit und breit,
hört ihr nicht die Glocken schallen?
es ist mal wieder Weihnachtszeit.

Doch das Glück erreicht nicht jeden,
so mancher windet sich in Qual,
es kämpfen heut‘ um’s überleben,
die Menschen haben keine Wahl.

Lasst herein den armen Menschen,
der dort auf der Straße lebt,
gedenket auch den fernen Fremden,
deren Blut am Gelde klebt.

Ob Intrigant, ob Hinterwäldler,
es spreche aus, wer Lösung weiß,
ermahnt den Klerus und die Söldner,
macht dem Fürst die Hütte heiß.
Sprengt die Fesseln und die Knebel,
es ist aller höchste Zeit,
es wirktet unser langer Hebel,
balde wird das Volk befreit.

 

Für den Gegenpapst

Am Anfang war das Wort.
Am Ende wird es stumm.
Nichts bleibt am Ort,
alles wird ganz krumm.
Keine Gerade hat Bestand,
wir alle sind doch so verwandt,
heute in der Taufe
morgen schon verbrandt
Drum lasset uns lieben,
was Liebe verdient
und lasset uns schieben
was Triebe bedient.
Gott hatte nicht nur EINEN Sohn
Viva! Viva la ejaculation!

 

Verpflichtet

ein offener Blick, leicht erhaben
um zu erkennen und sich zu laben
außenstehend und unerkannt
nur von sich selbst irgendwie benannt,
die Gründe erforschend, unbeeinflusst
so privilegiert mit Lust an Unlust
die Lügen vergessen, aber nichts verzeih‘n
Sand im Getriebe der Todesmaschine sein,
fremde Augen öffnen, damit sie auch seh’n
wohin die Schafe und ihre Hirten geh’n.
Es lebe die Freiheit und es sprieße Vernunft
für mehr Aufklärer, mehr von uns’rer Zunft.
die Eier schaukeln, kratzen am Arsch
Kräfte Sammeln für den langen Marsch,
denn wir gehen zur Freiheit
zu Frieden und dem Glück
sonst gehen wir ein
und bleiben verrückt.

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